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Dnes je 14. 12. 2017

Wie wird ein Tipi gebaut

Eine alte indianische Weisheit meint, dass das Leben auf unserer Erde erst dann besser sein wird, wenn der weiße Mann die Lebensweise des roten Mannes übernimmt.

Ort und Zeit, ein Tipi aufzustellen Das Tipi kann man an verschiedensten Orten aufstellen, also auch im Zimmer oder auf der Terrasse; oder sogar auf einem überfüllten Campingplatz, aber es gibt für ein Tipi tatsächlich noch bessere Lösungen. Wenn Du kannst, wähle Dir einen freien Platz an einem Bach oder in einem Flusstal, wo frühmorgens die Sonne scheint und wo der Boden nicht zu feucht ist. Frage den Bauern, dem der Grund gehört, und er wird Dir gegen Deine Mithilfe im Stall erlauben, das Tipi eine Zeitlang aufzustellen. Jede Jahreszeit hat für den Tipibewohner ihren Reiz. Auch im Winter kann man selbst bei Frost ohne Schwierigkeiten und ohne besonders abgehärtet zu sein, im Tipi "überleben". Es ist eine Frage der Lebensart, ob mir die Freiheit und Unabhängigkeit des Indianers liegt und ob ich erleben möchte, wie im Winter das Lila der glatten Erlenästchen und das zarte Orange der Weidenzweige gegen die Kälte anleuchten.

Teepee

Was muß in der Nähe sein?

Wasser und Holz. Eine Quelle mit möglichst klarem Wasser und ein unaufgeräumter Wald, damit man genügend Holz für's Feuer sammeln kann. Es empfehlt sich, das Wasser immer abzukochen. Wenn es nicht gerade aus überdüngten Feldern oder einem Industriegebiet kommt, braucht man dann keine Angst mehr zu haben.

Wie baut man ein Tipi?

Zum bauen eines Tipis braucht man zunächst gerade Holzstangen, die um 80-100 cm länger sein sollten, als der Tipidurchmesser ist. Am besten eignen sich Stangen aus kleinen Fichten, sie sind fest und gerade. Für ein Tipi der Größe von 3 - 4,5 m Durchmesser eignen sich Stangen mit dem Durchmesser 5 - 7 cm am unteren dicken Ende. Die Stangen muss man sehr sorgfältig glätten, sonst kann es passieren, dass kleine Ästreste das Leinen durchstoßen und sich das Tipi bei Regen in eine Dusche verwandelt. Das Abhacken und Glätten mit einer Axt ist recht mühselig, besser geht es mit einer scharfen Machete. Die Stangen werden nur glatt, wenn man die Ästchen von unten her abhackt. Die Rinde, wenn sie noch gut hält, braucht man nicht entfernen. Zum Bau eines Tipi braucht man insgesamt elf Stangen. Man muss einen halben Tag Arbeit dafür veranschlagen (für 1 Person). Es ist natürlich selbstverständlich, dass keine jungen lebendige Bäume extra für den Tipibau gefällt werden, sondern man sucht sich abgeholzte oder tote Stämme.

Most

Wie baut man das Gestell?

Zuerst legt man den fertigen Tipistoff mit der Innenseite nach oben auf einen geraden und trockenen Platz. Dann legt man drei Stangen mit dem unteren Ende an den Stoffrand, mit dem oberen, längeren Ende an die Naht zwischen den beiden Rauchklappen. An dieser Stelle werden die drei Stangen zusammengebunden. (Je dicker die Stangen sind, desto schwieriger geht es.) Gebunden wird mit einer beigelegter Schnur oder Ähnlichem im Durchmesser von 4 bis 6 mm. Bitte den Schnurrest länger lassen und eine Metallkette daran befestigen, deren Ende als Kesselaufhänger über der Feuerstelle benutzt wird. Sind die Stangen fest zusammengebunden, muss man sie (am besten zu dritt) aufstellen und dann auseinandergrätschen: der "Dreifuß" steht. Man muss unbedingt darauf achten, dass die Stangen in einem regelmäßigen Dreieck stehen. Den Abstand zwischen den Stangen kann man mit einer Schnur oder gleichmäßigen Schritten abmessen. In dieses "Gerippe" kommen nun noch sechs weitere Stangen, wobei an der letzten Stange der Tipistoff aufgehängt wird, d.h. zunächst einmal nur fünf Stangen. Die Stangen sollten regelmäßig aufgestellt werden, immer zwei freie Stangen zwischen zwei Dreifußstangen - mit Ausnahme des Zwischenraumes, der dem zukünftigen Eingang gegenüberliegt. Es ist vorteilhaft, wenn der Eingang nicht gegenüber der vorherrschenden Windrichtung platziert wird.

Der "Holzknoten", der sich aus den Dreifußstangen und den frei dazugelegten Stangen bildet, sollte so klein wie möglich sein, d.h. man muss die Stangen so dazustellen, dass kein großes Loch entsteht. Dann kann man die Stangen auch unregelmäßig lang lassen, was natürlich viel Tipientsprechender aussieht. Ansonsten muss man einen Hut über die gekürzten Stangenenden hängen, vor allem auch, wenn man eine lange Regenzeit zu erwarten hat.

Das Leinenaufspannen

Zu diesem Zeitpunkt ist das "Gerippe" fertig, und wenn Du genau gearbeitet hast, liegt der größte Teil der Arbeit hinter dir. Auf den ausgebreiteten Tipistoff legst Du jetzt die letzte, neunte Stange mit dem unteren Ende an den Stoffrand, mit dem oberen Ende an die Naht zwischen den beiden Rauchklappen. Das dort befindliche kleine Leinendreieck und die beiden Schnüre binde fest um die Stange, richte sie mit dem Stoff auf und stelle sie an den noch freien Platz des Gerippes. Das Tipileinen kannst Du jetzt nach beiden Seiten hin über die Stangen ziehen - und nun wirst Du stauen, was Ungeheures entstanden ist. Es kann sein, dass unten an einigen Stellen der Stoff auf dem Boden liegt. Aber sei nicht enttäuscht, es läßt sich alles ausgleichen. Wäre das Tipi auf einem geometrisch ebenen Platz gebaut und wären die Stangen geometrisch grade Linien, dann würden überhaupt keine Schwierigkeiten auftreten. Das Leben aber kennt keine idealen Flächen und Linien, und der Tipibau ist keine abstrakte Theorie, sondern praktisch und lebendig.

Also: "knöpfe" erst einmal das Tipi zu, mit Hilfe der Schilfrohrstückchen, die in der Packung enthalten sind (Schilfrohr eignet sich am Besten, zur Not gehen auch andere feste und sehr glatte Hölzchen.) Das "Zuknöpfen" geht leichter, wenn man die losen Stangen nach innen schiebt. Sollten die obersten "Knopflöcher" zu hoch sein, musst Du auf den Rücken Deines Freundes steigen.

Ist das Tipi geschlossen, muss man daran gehen, je nach Bedarf die Stangenlängen zu ändern. Es gibt folgende Möglichkeiten:

  1. Liegt noch Stoff auf der Erde, muss man die nicht festgebundenen Stangen nach außen schieben
  2. Ragen die Stangen unten heraus, muss man sie nach innen ziehen.
  3. Handelt es sich um gebundene Stangen, sind die Möglichkeiten begrenzt, Entweder man sägt sie ab oder gräbt sie ein. Beim Kürzen muss man drauf achten, dass man das Holz auf halber länge vom Stoffrand absägt. Sind die gebundenen Stangen zu kurz, kann man entweder Holzstücke oder flache Steine darunterlegen. Sind sie allerdings, viel zu kurz, muss man die Stangen neu binden.
  4. Hilft keiner dieser Ratschläge, dann ist entweder das Terrain zu uneben oder das Gestell wurde zu ungenau zusammengestellt und man muss noch einmal von vorne anfangen.

Die Zeltpflöcke (selbst zugeschnitzte Holzheringe) am Anfang nur ganz leicht in die Erde stecken, damit zum Ausgleich noch ein gewisser Zwischenraum bleibt. Ideal ist es, wenn dieser Zwischenraum 2- 4 cm beträgt. Ist der Zwischenraum breiter, entsteht unangenehmer Luftzug, liegt der Stoff auf der Erde, fängt es langsam an, mürbe zu werden. Zum Schluss werden die Rauchklappen eingestellt. Dazu nimmt man die letzten zwei Stangen, die ein bisschen länger sein dürfen, steckt sie in die eingenähten Spitzen und stellt sie so auf, dass das Randloch entweder weit offen steht, oder, übereinander geklappt, geschlossen ist. Zu aller Letzt kann man die Zeltpflöcke stärker einschlagen - aber niemals mit Gewalt. Der Stoff darf sich also nur ganz leicht, mit gutem Gefühl, spannen. Durch den Tür-Lappen wird eine Stange gesteckt und mit einer Schnur an einem der Schilfrohrhölzchen über dem Eingangsloch befestigt. Nun sieht das Ganze schon wie ein echtes Tipi aus. Aber nur von außen.

Die Inneneinrichtung

Jetzt musst Du darangehen, Betten zu bauen. Vorher kannst Du für den Winter noch eine Luftzugleinwand aufspannen. Baue das Bett um 20 cm länger als du selber bist. Zu diesem Zweck eignen sich am besten zwei dicke Holzstangen, die Du im Wald finden kannst. Suche gerade Stangen ohne große Knorren, dann wird Dein Schlaf ruhig sein. Lege sie parallel, so weit auseinander wie Du Dein Bett breit haben willst. Schlage Pflöcke in die Erde, damit sie nicht auseinanderrollen können. Lege quer viele dünnere, gleichlange Stangen, ähnlich einem Lattenrost. Es ist immer vorteilhaft und sparsam, Doppelbetten zu bauen. Darauf kannst Du Deine Matratze legen, die Du aus Heu und einem alten Bettbezug selbst fertigen kannst. Baue das Bett oder die Betten so, dass sie genügend Abstand zum Mittelpunkt des Tipi haben, denn dort hin wird die Feuerstelle kommen.

Die Feuerstelle

Unter dem Rauchloch, in der Mitte des Tipi, steche den Rasen kreisförmig ungefähr 10 cm tief aus, und lege den Rasensoden an eine schattige, feuchte Stelle (im Hochsommer), so dass das Gras weiterwachsen kann. Lege größere Steine rings um das Feuerloch (nicht auf den Rasen). Der Rand der Steine darf die Erde nicht mehr als 5 cm überragen, sonst wird die Wärmeausstrahlung behindert. Zum Schluss musst Du den Feuerstellenboden feststampfen und schon kannst Du Dein erstes Feuerholz aufschichten.

Wie soll man feuern?

Am besten, Du vergisst erstmals alle "Campingvorschläge", alle sogenannten Festfeuerarten. (Pyramiden, Pagoden, usw.). Diese eignen sich für spezielle Zwecke, aber nicht fürs Tipi. Zuunterst kommt trockenes Kleinholz (z.B. untere alte Fichtenästchen. Diese sind auch bei Regen meist trocken). Wenn es brennt, kommen größere Holzstücke darauf. Hat man genügend Glut, kann man sogar Hölzer mit Eisschicht darauflegen - es verbrennt alles. Es ist gut, das Holz nach Sardienenart zu schichten: dicht nebeneinander, und neues Holz seitenweise zulegen solange es noch Flammen gibt.

Die Rauchabfuhr kann man mit den Rauchklappen beeinflussen - aber: niemals sollten die Rauchklappen gegen den Wind stehen. Wenn im Regen gefeuert wird, ist es das Beste, die Rauchklappen parallel zu stellen: so geht die warme Luft mit dem Rauch einfach heraus und nur wenig Regen kommt herein.
Wie soll man kochen?
Das Einfachste ist natürlich, man verlängert mit der Metallkette die Schur, die vom "Stangenknoten" herunterhängt, und befestigt ca. einen halben Meter über dem Feuer einen Metallkessel. Endet die Kette nicht genau über der Feuerstelle, kann man mit einer weiterer Kette die Position verändern. Es ist erstaunlich, wie schnell man in einem Tipi das Wasser zum Kochen bringen kann. Viel schneller als im Freien, wo der kleinste Wind die Flammen unter dem Kessel immer wieder "wegschiebt".
Wenn Du Tee zubereitet hast, ist es gut, wenn Du die Schöpfkelle an einem Haken an der Kette hängen lässt. Es ist vorteilhaft Kokosschalen zu benutzen, sie sind tatsächlich die schönsten und praktischsten Trinkschalen. Sie sind auch schlechte Wärmeleiter und Du kannst genüsslich Deine Suppe schlucken, ohne Dir die Finger zu verbrennen. (Es ist klar, dass Plastikgeschirr nichts in einem Tipi zu suchen hat.)
Das Feuerholz
Das beste Holz ist das, was Du Dir selber gesammelt hast. Die ausgebleichten, grauweißen, knochenartigen Kieferästchen, die schon mehrere Jahre am Waldboden liegen, geben das beste Feuer. Du kannst sie leicht mit dem Fuß zerkleinern und brauchst nicht sägen oder hacken. Gut gebündelt kann man eine große Menge davon "nach Hause" zum Tipi bringen.
Man kann natürlich auch jede andere Art von unbehandeltem Holz nehmen; sogar feuchte Äste, wenn das Feuer groß genug ist. Äste von Laubholz verbrennen, ohne dass es Funken gibt (was in einem Tipi sehr günstig ist.) Das Holz einfach unaufgeräumt im Tipi zu lagern schafft Unbehagen. Besser ist es, vier Stangen in einem schmalen Rechteck in den Boden zu schlagen, und dort das Brennholz sauber aufzuschichten. Im Winter kann man dieses Rechteck zwischen Feuerstelle und Eingang platzieren: einmal trocknet das Holz gut zwischen Wärmestrahlung von der einen Seite und Frischluft von der anderen, und zum zweiten hält es die Kälte vom Eingang zurück.

Zusammenpacken

Eines morgens, wenn Du aufwachst, wirst Du traurig werden: heute ist der letzte Morgen, an dem Du in einem Tipi aufwachen darfst. Abreise. Na ja, die Ferien sind vorbei, der Alltag mit seinen Pflichten ruft. Das Tipi zusammenzupacken und alles aufzuräumen geht schneller als das Aufstellen, aber trotzdem solltest Du mit zwei guten Stunden rechnen. Das Holz der Betten, und ungebranntes Brennholz solltest Du säuberlich im Wald lagern, für nächstes Jahr.

Die kalte, mit Wasser vermischte Asche in den Bach streuen oder auf einem Spaten zum nächsten blühenden Busch tragen, als Dünger. Die Feuerstellensteine wieder dorthin tragen, wo Du sie hergenommen hast, und nun kannst Du den Grassoden, der hoffentlich nicht vertrocknet ist wieder genau einpassen. Kaum etwas wird darauf hindeuten, dass Du hier eine so lange Zeit im Tipi verbracht hast: Du hast die Natur nicht verletzt.
Je besser Du aufräumst, desto lieber wird Dir der Bauer den Platz im nächsten Jahr wieder überlassen.

Tipistoff verpacken

Asche und Ruß sollte man noch vor dem Zusammenpacken aus dem Stoff herausklopfen. Der Stoff muss vor dem Zusammenlegen ganz trocken sein, sonst fängt das Leinen an zu schimmeln und der Stoff wird mürbe werden.
Beim Zusammenfalten immer darauf achten, dass die rußige Seite nach innen kommt. Erstens wird dann beim Verpacken und beim Transport niemand schmutzig und zweitens wird kein Rauchgeruch Dich unnötig traurig machen oder jemand anderen stören.
* * *
Das Wichtigste ist ob ich mit ganzem Herzen in diesem selbstgebauten Tipi leben kann. Damit ist das Tipileben auch nicht mehr etwas speziell Indianisches, sondern es ermöglicht tiefe Erfahrungen, für alle und überall. Das Leben in einem Tipi kann für uns bedeutsamer werden, als nur eine Zeit der Erholung zu genießen - es kann uns für eine Weile dorthin führen, wo wir herkommen: in die Welt einfacher, eindeutiger Zusammenhänge - in die Welt des Feuers und des Wassers - in die Welt unseres Ursprungs.

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